LugLD:Howtos:Netzwerk:DebianFTPServer

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Debian Installation vom eigenen aufweckbaren FTP-Paketserver - erstellt aus den Debian-DVDs bzw. CDs

I. Einrichten des FTP-Servers

In diesem Beispiel wird der FTP-Server vsftp verwendet.

apt-get install vsftpd

Normalerweise sollte die mitgelieferte svftpd.conf schon so konfiguriert sein, dass ein anonymer Zugriff möglich ist. In /etc/vcsftd.conf sollte dabei folgende Eintrag enthalten sein:

anonymous_enalbe=YES

man kann auch noch den Eintrag

no_anon_password=YES 

hinzufügen - dieser Eintrag muss aber wohl nicht vorhanden sein


vsftp legt ein Verzeichnis /home/ftp an in dem später die Daten liegen sollen

In diese, Fall sind es mehrere Datenträger auf deren Daten später zugegriffen werden soll:

debian-31r0a-i386-binary-1.iso als DVD1
debian-31r0a-i386-binary-2.iso als DVD2

sowie die beiden update-CDs

debian-update-3.1r1-i386-1.iso als CD1
debian-update-3.1r1-i386-2.iso als CD2

Zum Einbinden der DVDs gibt es nun mehrere Möglichkeiten:

1. Im Verzeichnis /home/ftp erzeugt man nun für jeden Datenträger ein Verzeichnis:

mkdir dvd1 dvd2 cd1 cd2

und kopiert den Inhalt der DVDs/CDs jeweils in das entsprechende Verzeichnis.

2. Wenn Iso-Images auf der Platte liegen, diese direkt als Loopdevice nach /home/ftp mounten

mount -o loop /verz_wo_iso-liegt/debian-1.iso /home/ftp/dvd1  usw.

3. Eine eigene Platte auf der die Daten sind direkt z.B. nach /home/ftp/debian mounten

Den ftpserver starten und stoppen kann man mit

/etc/init.d/vsftpd start | stop

Das Logfile findet man unter /var/log/vsftpd.log


II. Den FTP-Server mit Wake-On-Lan versorgen

Wenn man den Server nur zu Installationszwecken nutzt, so ist es sinnvoll ihn nur bei Bedarf zu starten. Das ist mit der Wake-on-Lan Funktion zu realisieren. Der Server kann dan z.B. im Keller vor sich hin düsen und bei Bedarf aufgeweckt werden.

Prinzip:

Es wird ein sogenanntes Magic-Paket an die Hardware-Adresse der Lan-Karte verschickt. Empfängt die Karte das Paket, wird der Rechner gestartet.

Voraussetzungen:

Die LAN-Karte muss Wake-On-Lan unterstützen Es muss dann auch im Bios eingeschaltet werden. Der Rechner darf nicht vom Stromnetz getrennt werden.

Auf dem Server benötigt man das programm Ethtool das per apt installiert werden kann

mit

ethtool eth0 (als root)

erfährt man die unterstützen Modi das Device eth0

Settings for eth0:
       Supported ports: [ TP MII ]
       Supported link modes:   10baseT/Half 10baseT/Full
                               100baseT/Half 100baseT/Full
       Supports auto-negotiation: Yes
       Advertised link modes:  10baseT/Half 10baseT/Full
                               100baseT/Half 100baseT/Full
       Advertised auto-negotiation: Yes
       Speed: 100Mb/s
       Duplex: Full
       Port: MII
       PHYAD: 32
       Transceiver: internal
       Auto-negotiation: on
       Supports Wake-on: pumbg
       Wake-on: g
       Current message level: 0x00000007 (7)
       Link detected: yes

In der Zeile Supports Wake-on: sind nun die Modi aufgelistet

Die Buchstaben bedeuten:

wol p|u|m|b|a|g|s|d...
            Set Wake-on-LAN options.  Not all  devices  support  this.   The
            argument  to  this  option  is a string of characters specifying
            which options to enable.
            p  Wake on phy activity
            u  Wake on unicast messages
            m  Wake on multicast messages
            b  Wake on broadcast messages
            a  Wake on ARP
            g  Wake on MagicPacket(tm)
            s  Enable SecureOn(tm) password for MagicPacket(tm)
            d  Disable (wake on nothing).  This option clears  all  previous
               options.


!! Wichtig ist, dass ethtool für die Karte das "g" auflistet!!!

Aktiviert wird Wake-On-Lan beim eintreffen eines Magic-Pakets mit dem Kommando:

ethtool -s eth0 wol g

Dieses kann man z.B. in das Initscript /etc/init.d/networking an entsprechender Stelle eingetragen werden:

echo -n "Configuring network interfaces..."
       ifup -a
       echo "done."
       ethtool -s eth0 wol g

oder auch in ein eigenes Script eingebaut werden. Dieses kann dann z.B. nach /etc/rc0.d verlinkt werden, da Runlevel 0 zum Abschalten des Systems benutzt wird.

Zum Aufwecken des Servers gibt es zwei Möglichkeiten

  • 1. etherwake (läuft nur als root)
  • 2. wakeonlan (kann auch als user ausgeführt werden)

beide sind per apt zu installieren

ein

wakeonlan <Hardware-Adresse>

wird den Server aufwecken.

Dank an dieser Stelle an das [VDR-Wiki], das die Grundlagen geliefert hat


III. Installation eines Debian Sarge vom eigenen ftp-Server

Zur Installation benötigt man z.B. das Businesscard-Image von http://www.debian.de/CD/netinst/

Normalerweise sollte auch die Floppy-Installation gehen, hakte aber bei diesem Beispiel hier, weil die Festplatte nicht gefunden wurde. Wer es probieren will; Diskettenimages gibt es unter http://ftp.debian.org/debian/dists/sarge/main/installer-i386/current/images/floppy

Installation:

  • Booten von CD mit dem Kommando linux26, zur Installation eines 2.6er Kernels
  • alle Fragen beantworten bis die Installationsquelle abgefragt wird
  • dort dann den beim ftp-server den obersten Punkt "den Server von Hand eintragen" auswählen
  • hier sollte /dvd1/debian eingetragen werden.

Hinweis: es kann durchaus vorkommen, dass diese Prozedur zweimal oder mehrmals ausgeführt werden muss bis der Zugriff auf den Server klappt

  • klappt der Zugriff endlich, kommt die Frage ob man stable, testing, oder unstable installieren will
  • hier muss natürlich stable oder sarge ausgewählt werden.

(häufig befindet sich auf den Datenträgern ein link für beide)

  • Anschließend erfolgt die Partitionierung
  • dann wird das Grundsystem installiert
  • schließlich wird Grub installiert
  • man kann die CD entnehmen und das neue System zum ersten mal starten.

Nach dem Start des neu aufgesetzten Systems wird zunächst das root-Passwort abgefragt und ein User angelegt. Nun werden die apt-Quellen abgefragt und man wählt die Option

  • Quellen von Hand editieren - aus
  • man trägt nun die fehlenden Quellen für die zweite DVD und die CDs nach
 deb ftp://192.168.0.211/dvd1/debian sarge main
 deb ftp://192.168.0.211/dvd2/debian sarge main 
 deb ftp://192.168.0.211/cd1 sarge main
 deb ftp://192.168.0.211/cd2 sarge main

es folgt ein kurzes update von security.debian.org

(Wer Traffic sparen möchte, kann hier für die Dauer der Abfrage des Security-Servers das heimnetz vom Internet trennen. Nach einigen Versuchen weist der Installer darauf hin, dass der Server nicht erreichbar ist und führt mit der Konfiguration fort. Danach kann das Netzwerkkabel wieder eingesteckt werden.)

Anschließend folgt die Paketauswahl

  • hier sollte man nichts auswählen

Die Konfiguration ist nun abgeschlossen und man kann sich nun einloggen

Um die Konfiguration zu vervollständigen loggt man sich als root ein und fügt in /etc/apt/source.list noch den Punkt contrib hinzu

Der Inhalt von /etc/apt/source.list sieht nun bei diesem Beispiel so aus:

 deb ftp://192.168.0.211/dvd1/debian sarge main contrib
 deb ftp://192.168.0.211/dvd2/debian sarge main contrib 
 deb ftp://192.168.0.211/cd1 sarge main contrib
 deb ftp://192.168.0.211/cd2 sarge main contrib
 deb http://security.debian.org/ stable/updates main

nun noch ein apt-get update um die Paketlisten neu einzulesen - fertig


IV. Installation einer minimalen grafischen Umgebung

Wenn der neu installierte Rechner als Desktop-PC Verwendung finden soll wird natürlich noch eine grafische Benutzerumgebung benötigt. Um nicht zuviel Müll mitzuintallieren installiert man am besten zunächst eine minimale Desktopumgebung

folgende Zeile sollte dies erledigen:

apt-get install x-window-system xwindow-system-core xsxerver-common xserver-xfree86 xfonts-75dpi xfonts-100dpi 
xfonts-75-dpi-transcoded xfonts-100dpi-trenscoded gdm gnome-core

hierbei wird gdm und Gnome mit minimaler Softwareausstattung installiert. Will man stattdessen lieber KDE als Desktop so kann man gdm und gnome-core durch kdm und kde-core. Alternativ kann natürlich auch xfce4 oder fluxbox oder ... installiert werden.

  • Dank an dieser Stelle an meinen Kollegen Karl-Heinz, der durch seine Mitarbeit geholfen hat dieses Howto zu erstellen.
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